Die cova des Beat Ramon Llull (Höhle des Seligen Ramon Llull) (39.526101, 2.923276) befindet sich in Randa etwa 240 Meter südwestlich des santuari (Heiligtums) de nostra Senyora de Cura.
Der Philosoph und Theologe Ramon Llull (*um 1232 bis 1316) hatte sich ab 1263 oder 1275 in eine Höhle auf dem puig (Gipfel) de Randa zurückgezogen. Als Einsiedler führte er nicht nur ein kontemplatives Leben, vielmehr soll er nach der Überlieferung durch die Errichtung eines der Heiligen Muttergottes Maria geweihten Altars auch die Gründung des santuari de nostra Senyora de Cura angestoßen haben.
Die natürlich entstandene Kaverne liegt auf einer Höhe von etwa 495 Meter am Südhang des puig de Randa. Sie bietet über den puig de Son Reus hinweg einen weiten Blick auf die Südküste der Insel. Die Höhlenöffnung, die nur über eine geringe Höhe verfügt, liegt in einer Felswand, die sich nur wenige Meter in die Höhe erhebt. Vor der Kaverne führen fünf Stufen, die einfach und unregelmäßig aus Natursteinen gebaut wurden, zum Höhleneingang.
Gerade diese Höhle bringt der Volksglaube seit Jahrhunderten mit Llull in Verbindung. Er selbst erwähnt seinen Rückzugsort in seiner 1311 in Lateinisch geschriebenen Biographie „Vita coaetaniea (Zeitgenössisches Leben)“. Durch die Wissenschaft konnten inzwischen mehr als zwanzig Höhlen nachgewiesen werden, die im 14. Jahrhundert bewohnt worden waren.
Ein Standbild an der linken Seite der Kavernenöffnung erinnert an Llull. Zwar zeigen Fotografien zumindest aus Februar 2019 bis Juli 2022, dass der Statue der Kopf und die Unterarme fehlten, doch ist die Skulptur auf Fotografien aus Dezember 2022 wieder vollständig hergestellt. Auch eine Tafel, die vom Tertius Ordo Regularis Sancti Francisci (Regulierten Dritten Orden des Heiligen Franziskus) über dem Höhleneingang angebracht worden ist, drückt die Verehrung des Llull aus.
Auf einem aus Natursteinen gemauerten Sockel erhebt sich die steinerne Figur des Llull, die mit vollem Bart und langen Haaren dargestellt ist. Bekleidet mit einer bis zu den Füßen reichenden Kutte und einem über seinen Rücken herabhängenden Umhang kniet Llull auf dem Boden. Während sein Kopf mit einer Kappe abgedeckt ist, trägt er offene Sandalen an den Füßen. Ein geschlossenes und, darüber liegend, ein geöffnetes Buch liegen an Llulls linker Seite auf der Erde. Während Llull seine Arme mit nach innen geöffneten Händen weit nach vorne streckt, ist sein Blick leicht in die Höhe gerichtet; es scheint, als ob Llull eine Vision hat oder um eine Erleuchtung fleht.
Die Steintafel ist mit einer Aufschrift in Katalanisch versehen:
„Aquest es el lloc a on se retirava / el beneventurat Ramon Lull / a pregar Déu staut amb alta contemplació / li aparegué Jesus crucificat / al qual s’obraco Ramon i desapareguent / Jesus li dexa la creu / entre els bracos / Els terciaris d’Inca en el VII ͤ centenari del naixement del Beat“
„Dies ist der Ort an den sich zurückzog / der gebenedeite Ramon Llull / zu beten zu Gott starr mit hoher Kontemplation / ihm erschien der gekreuzigte Jesus / zu welchem ihn umarmte Ramon und der verschwindende / Jesus ihm zurückließ das Kreuz / zwischen den Armen / Die Dritten von Inca im VII. Jahrhundert der Geburt des Seligen“