Die Zeremonie der benedicció dels fruits (Segnung der Früchte) lässt sich bis in die Antike (800 v. Chr. bis 600) zurückverfolgen. Obwohl sie bereits vor Jahrhunderten von der christlichen Religion adaptiert wurde, lässt sie weiterhin heidnische Elemente erkennen.
Der Segen soll eine gute Ernte gewährleisten.
Seit 1491 wurde die Benediktion auf dem puig (Gipfel) de Randa abgehalten, bevor sie ab 1616 nicht mehr gefeiert wurde. Erst nachdem die Franziskaner im August 1913 die Führung des auf dem Berg gelegenen santuari (Heiligtums) de nostra Senyora de Cura übernommen hatten, wurde die Zeremonie auf das Betreiben des Pere Joan Campins i Barceló, des Bischofs von Mallorca (1898 bis 1915), ab 1914 wieder auf dem puig de Randa abgehalten. Zwar hielten die Franziskaner die Tradition zumindest bis 1951 aufrecht, doch wird die Benediktion heute nicht mehr begangen.
Die Zeitung La Almudaina wies am 11. April 1951 in Kastilisch auf den Festakt hin:
„El próximo dia 15, tercer domingo después de Pascua, tendrá lugar en el Monte de Randa la tradicional fiesta de Nuestra Señora de Cura y la solemne bendición de los nuevos frutos de Mallorca.“
„Den nächsten 15., den dritten Sonntag nach Ostern, wird stattfinden auf dem Berg Randa das traditionelle Fest von unserer Frau von Cura und die feierliche Segnung von den neuen Früchten von Mallorca.“
Der Segen wurde am cocó (Felsenloch) des Corb gespendet.
Der Standort am Rande des nördlichen Berghangs eröffnet einen weiten Panoramablick über die Felder und Plantagen der pla (Ebene) de Mallorca. Er war von den Franziskanern mit einer steinernen Windrose versehen worden, die über die Böschung reichendend in den Boden eingelassen worden war; heute sind nur noch die Überreste der nach Norden und Westen zeigenden Nadeln vorhanden.
Der Segen wurde vom Bischof von Mallorca vorgenommen.
Ursprünglich nahmen die jurats de la Ciutat i Regne de Mallorca (Geschworenen der Stadt und des Königreichs von Mallorca) an dem Festakt teil, denen von 1249 bis 1718 die Verwaltung der Insel übertragen war. Später wohnten der alcalde (Bürgermeister) und die regidors (Stadträte) von Palma, die die historische Teilnahme der jurats de la Ciutat i Regne de Mallorca symbolisierten, sowie die alcaldes von Algaida, Llucmajor und Montuïri der Feierstunde bei.
Die Zeitung La Almudaina erläuterte die Zeremonie am 11. April 1951 in Kastilisch:
„Seguidament procesión con el „Lignum Crucis“ hacia el sitio denominado Cocó de’s Corp, desde donde se dominan la mayor parte de los campos de la isla, para proceder a la bendición de la suspirada cosecha del presente año. Tomarán parte en la ceremonia los señores Alcaldes y Comisiones de los Ayuntamientos de Palma, como representantes de los antiguos Jurados del reino de Mallorca, y los de Algaida, Lluchmayor y Montuiri en nombre de sus respectivos pueblos.“
„Anschließend Prozession mit dem „Lignum Crucis“ zu dem Ort genannt Cocó de’s Corp, von wo man dominieren kann die meisten Teile der Felder der Insel, um zu vollziehen die Segnung der ersehnten Ernte vom gegenwärtigen Jahr. Teilnehmen werden an der Zeremonie die Herren Bürgermeister und Stadträte von den Rathäusern von Palma, als Vertreter von den uralten Geschworenen des Königreichs Mallorca, sowie von Algaida, Llucmajor und Montuïri im Namen ihrer jeweiligen Städte.“
Die benedicció dels fruits ist auch als benedicció de les collites (Segnung der Ernten) bekannt.