Der Heilige Berg Mallorcas: Puig de Randa

Der puig de Randa (Gipfel des Spitzenstoffs) (39.527490, 2.925936) ist die höchste Erhebung des massís (Massivs) de Randa. Die Bergkette verläuft entlang des südlichen Endes der comarca (Landschaftszone) del Pla de Mallorca und der nördlichen Grenze der comarca de Migjorn.

Der Berg wird über die Landstraße MA-5018 erschlossen.

Die Straße wird von Radsportlern gern als Trainingsstrecke genutzt.

Sie schlängelt sich nicht nur mit einer Länge von etwa 4,8 Kilometer über die Südwest- und Südostflanke des puig de Randa. Sie verläuft vielmehr auch über den Nordosthang des puig de Son Reus.

Der puig de Randa erhebt sich nordöstlich der Straße auf eine Höhe von etwa 542 Meter. Der puig de Son Reus erreicht südwestlich der Straße eine Höhe von etwa 502 Meter.

Die Tafelberge ragen weithin sichtbar aus der Ebene heraus.

Entlang der Landstraße MA-5018 sind mehrere Klöster auf dem Berg gelegen: Die Zuwegung zum santuari (Heiligtum) de nostra Senyora de Gràcia geht bei etwa Kilometer 1,4 von der Straße ab. Die ermita (Einsiedelei) de Sant Honorat ist über die Zufahrt bei etwa Kilometer 2,4 erreichbar. Bei etwa Kilometer 4,8 endet die Straße vor dem santuari de nostra Senyora de Cura, dem der Berg die Bezeichnung als „Heiliger Berg Mallorcas“ verdankt. An der Landstraße MA-5018 stehen auch zahlreiche Antennen: Die Firma Enaire betreibt bei etwa Kilometer 4,65 eine Radaranlage, mit der der gesamte Luftraum über den Balearischen Inseln überwacht wird.

Puig de Randa – MA-5018 – Westlicher Blick – Radaranlage der Firma Enaire – 2025

Am dritten Sonntag nach Ostern wurde die benedicció dels fruits (Segnung der Früchte) auf dem Gipfelplateau gefeiert. Am cocó (Felsenloch) des Corb finden sich die steinernen Überreste der in den Boden eingelassenen Windrose, an der die Zeremonie abgehalten wurde.

Der puig de Randa ist wissenschaftlich zwar das Ergebnis, der geologischen und meteorologischen Einwirkungen auf die Insel. Seinen Ursprung erklären die Mallorquiner aber gleichwohl mit mystischen Überlieferungen: So berichtet eine Legende, dass ein Riese, der an der Küste des heutigen Algeriens gelebt habe, den Wunsch gehabt habe, die Insel zu besuchen. Mit seinen Füßen habe er sich auf zwei Boote gestellt, um das Mittelmeer stehend zu überwinden. Einen mit Erde gefüllten Palmenkorb habe der Riese bei der Passage auf seinem Kopf transportiert und mit seinen Händen festgehalten. Die illa (Insel) de Cabrera habe er mit einem Bein im Westen und mit einem Bein im Osten passiert, sodass er auf Grund des breiten Stands sein Gleichgewicht verloren habe. Bei dem Balanceakt habe der Riese den Palmenkorb nicht mehr halten können, sodass er kopfüber auf die Insel gestürzt sei und den Berg gebildet habe. So schildert ein Mythos, dass die Außenhülle des Berges auf vier goldenen Säulen errichtet worden und sein Innenraum völlig hohl sei. Während drei Pfeiler bereits zerbrochen und eingestürzt seien, weise eine Säule bereits einen Riss auf. Mit dem Zusammenbruch des letzten Pfeilers falle der Berg nicht nur zusammen, sondern ziehe auch die gesamte Insel in die Tiefe des Meeres.